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TAG 2 - EMMA TAG


Nach meinem zweiwöchigen Urlaub Anfang Dezember war ich eine Woche wieder arbeiten. Nach gerademal zwei Tagen arbeiten war die Erholung wieder hinüber. Ich war schon wieder stehend k.o. Mein Entschluss wurde weiter bestärkt. Es führt nichts daran vorbei. Es kann keinen anderen Weg geben. Meine Einstellung zur Arbeit hat sich bereits in dieser Arbeitswoche verändert. Ich komme erst spät, gehe relativ pünktlich wieder raus. Meine Kolleginnen fragen mich welche Drogen ich im Urlaub genommen habe, nachdem ich in verschiedenen Situationen total relaxt reagiere und die ein oder andere Hiobsbotschaft in positive Gedanken umwandel und die anderen versuche, sie damit anzustecken. Ich freue mich, dass mein Humor und meine Frechheit etwas wieder kommen. Sehr schön. GEDANKEN SIND WIRKENDE KRÄFTE. Scheint tatsächlich etwas dran zu sein.

 

Zur Zeit habe ich weiter Urlaub, fünf Tage Resturlaub. Zeit um mich damit zu beschäftigen, was ich zukünftig machen werde. Wir mussten den Resturlaub nehmen, auch wenn ich als Teamleiterin im Dezember gerade mal eine Woche arbeiten war und der Januar gefühlt kaum an meinem Arbeitsplatz sein werde. Termin in Ost- und Süddeutschland stehen an, ein Umzug unserer Abteilung, so dass der Januar irgendwie auch schon so gut wie um ist. Ich möchte gar nicht daran denken, wie viele E-Mails ich haben werde und was alles zum Nach- und Vorarbeiten auf mich warten. Die rasende Zeitmaschine. Und so zieht das Leben an Einem vorbei. Ehe ich mich versehe, habe ich das Rentenalter erreicht, ohne das ich etwas Effektives erreicht habe.

 

Ich bin immer noch ausgebrannt, bekomme nur mühsam meine Energie zurück. Deshalb fällt mir die Entscheidung meinen Job in dieser Form aufzugeben erstaunlich leicht. Es geht hier ausnahmsweise mal um mich, nur um mich und meine Gesundheit. Beim Arzt war ich bereits. Er hat mir einen Vermerk in die Krankenakte gemacht. Nur für den Fall. Mein Arzt hat sich bei meinem ersten Burnout echt erschrocken. Er kennt mich nur lebensfroh und wir hauen uns immer nettgemeinte Sprüche um die Ohren. Eine Veränderung mache ich rein aus gesundheitlichen Gründen und nicht weil ich nicht arbeiten will. Ich will ja arbeiten, meine Arbeit macht mir sogar Spass. Bislang bin ich immer gerne zur Arbeit gegangen. Oder war es nur, weil ich sonst nichts habe? Weil niemand zu Hause ist, der auf mich wartet und sich freut, wenn ich nach Hause komme? Es ist nicht so, dass ich zu Hause Langeweile hätte. Vielleicht gibt es ja innerhalb der nächsten 363 Tage eine Antwort darauf.


Heute heißt es den Tag in vollen Zügen zu genießen. Ein EMMA Tag steht an! Meine beste Freundin Alina habe ich vor etwa elf Jahren kennen und lieben gelernt. Sie kennt mich sehr gut und umgekehrt genauso. Sie hat ebenfalls eine schwierige Situation zu Hause und in ihrem Leben, allerdings auf eine ganz andere Art und Weise. Unsere außergewöhnliche Freundschaft gibt uns gegenseitig sehr viel Energie und Liebe. Dies möchte ich nie wieder missen.

 

Sie hat zwei bezaubernde Kinder, Marvin (13) und Mats (8), die ich mit aufwachsen sehe und bei denen ich die "Zweitmama" bin. Ich liebe die Beiden, als wären sie meine eigenen Kinder. Es ist toll sie aufwachsen zu sehen und für sie da zu sein. Über die Jahre hat sich bei uns ein EMMA Tag entwickelt. EMMA = E für Elli, M für Marvin, M für Mats und A für Alina. E und A sind die beiden Mami´s und M&M ist die goldene Mitte mit den beiden Kids. ZEIT IST DAS WERTVOLLSTE GUT, die man haben kann und sinnvoll nutzen sollte. Also verbringen wir regelmäßig einen EMMA Tag miteinander. Mit oder ohne Übernachtung, Kletterwald, sportliche Aktivitäten, Essen, Kino, Kirmes, Videoabend, Freizeitpark... ganz egal. Hauptsache wir haben ganz viel Spaß miteinander.

 

Diesmal steht ein Besuch im Efteling Park in Niederlande an. Der Ausflug ist schon lange geplant, allerdings haben es Alina und ich nie geschafft, ihn in sämtliche Kalender passend zu integrieren. Irgendwie traurig. Doch durch meine neue Denkweise habe ich meine Freundin angesteckt uns wieder bewusst Zeit für die wertvollen Momente zu nehmen.

 

Die Kids waren erst knöterich, haben kaum etwas gefrühstückt, waren am Quengeln, zwei Stunden Autofahrt, die Schuhe nervten, die Rückbank zu eng, der Kindersitz drückte, zu warm, zu kalt, keine Taschentücher, die Blase drückte, "wo ist mein Scheiss-Handy", ich habe Durst... Die beiden Mami´s vorne im Auto hatten bereits ihren Spass. Wir hatten Gute-Laune-Musik an, haben viel gequatscht und viel gelacht. EMMA besteht normal aus vier Personen. Wir saßen aber zu Fünft im Auto. Wer hat sich denn da zu uns verirrt? Die Mira, die Freundin von Marvin hat sich als drittes M hinzu geschummelt. Premiere, erstmalig stand ein EMMMA Tag mit drei M´s an. Sie passt ganz hervorragend in unser Family-Dream-Team.

 

Die erste Achterbahn, eine Holzachterbahn mit einer 45-minütigen Warteschlange stand an. Ab dieser Fahrt waren nur noch breit grinsende Gesichter zu sehen. Mats ohne Angst, der alles macht, was sein großer Bruder auch macht. Mira mit ihrer ersten Achterbahnfahrt. Eine bezaubernde Maus. Alina macht ebenfalls alles mit. Marvin und Mira nahezu nonstop knutschend und Händchen haltend um uns herum (da kann man schon fast neidisch werden).

Wir schaffen es prima, die Kinder immer wieder zu ermutigen, positiv zu denken, einfach Spass zu haben, egal wie kalt es war, wieviel Kilometer wir in dem Park gelaufen sind, sich einfach auf was Neues einzulassen, wie lang die Warteschlangen waren, der Hunger aufkam, die Toiletten gesucht werden mussten, die Körpergröße für ein Fahrgeschäft nicht ausreichend war... Spass pur stand auf dem Programm, es war richtig lustig und klasse. Ehe wir uns versehen, gehen wir nach gerade mal vierzehn Stunden getrennte Wege. Wo ist nur die Zeit geblieben? Diese Zeit ist für uns alle so wertvoll und toll, dass wir uns schon jetzt auf die nächsten Unternehmungen mega freuen.


NICHT ALLE STÜREME KOMMEN, UM DEIN LEBEN ZU ERSCHÜTTERN: MANCHE KOMMEN, UM DIR DEN WEG FREIZUMACHEN.

DER TEUFEL FLÜSTERT: " DEN STURM WIRST DU NICHT ÜBERSTEHEN." DER KRIEGER ANTWORTET. "ICH BIN DER STURM!"