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TAG 18 - GEFÜHLSCHAOS

Willkommen in der Realität meiner Arbeitswelt. Da arbeite ich eine Woche und ich fühle mich wieder wie vor den drei Wochen Urlaub. Es standen jetzt allerdings auch nach der Arbeit Termine an, so dass ich nie früh zu Hause war. Ich bin in der Realität, in der Arbeitswelt angekommen.

Das Gespräch mit meinem Chef war richtig und gut. Er hatte schon befürchtet, dass ich kündige und einen anderen Job habe. Über den tatsächlichen Grund ist er natürlich nicht glücklich. Ich war mega nervös, gesundheitlich immer noch angeschlagen und das Eingeständnis, dass ich ihm gegenüber gemacht habe, tut mir in der Seele weh. Man ist eine Top Mitarbeiterin, hat viel erreicht und dann kommt ein Loch, dass einen immer weiter nach unten zieht. Mein Chef hat es anhand eines Lungenflügels sehr gut beschrieben. Der zweite Flügel funktioniert einfach nicht, dementsprechend schwer fällt einem alles. Wir spielen gemeinsam mehrere Situationen und Möglichkeiten durch. Auszeit, Teilzeit, die Verantwortung bei mir rausnehmen, andere Abteilung, wer könnte meine Position übernehmen, mein Kopf wird abgeschraubt, da er das Input meiner Festplatte benötigt und so weiter.

Die Firma weiss nun Bescheid, das ist mir wichtig, ich bin nicht alleine, ich bin der Firma wichtig. Ein gutes Gefühl. Sie wollen, dass es mir gut geht. Meine Vorgesetzte wollen wir nächste Woche gemeinsam mit ins Boot nehmen und machen uns Beide bis dahin weiter Gedanken.

 

Das Gespräch habe ich gedanklich mit ins Bett genommen. Schlafen war leider nicht viel möglich. Mein Magen meldet sich das erste Mal. Die Gedanken im Kopf zu haben oder sie mit dem obersten Chef zu besprechen ist doch nochmal etwas ganz anderes. Kein schönes Gefühl. Einen halben Tag arbeiten, dann ist Wochenende. Ich setze mich mit meiner Mitarbeiterin hin und bereite in Teamarbeit Stichpunkte für Schulungsunterlagen vor. Ich nehme sie bewusst mit ins Boot, ohne das sie ins merkt.

Mittags kommt ein Kollege zu uns rein und fragt nach einem Essen mit mir. Untypisch für einen Freitag, aber ich verstehe den Wink und gehe mit. Es ist neben meinem Chef eine weitere Person, mit der ich mich dienstlich sehr gut austauschen kann und mich sehr gut verstehe. Auch die Beiden haben untereinander einen sehr guten Draht zueinander. Beim Essen erkundigt er sich, wie es mir geht. Ich sage wie es ist, denn ich kann mir eins und eins zusammenzählen. Auch dies war eine komische Situation und für mich unangenehm, zuzugeben, dass ich nicht so funktoniere, wie ich es selbst gerne hätte und ich und andere mich kennen und nicht weiß, wie ich aus dem Strudel wieder rauskomme. Er hat sich Anfang der Woche erschrocken, dass ich nach drei Wochen Urlaub, schlimmer aussehe und wirke als vorher. Er macht sich Sorgen und wir suchen gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten. Klar ist, dass ich eine Auszeit benötige, um wieder zu meinen Ursprungskräften kommen.

 

Dieses Gespräch in der Kombination mit dem gestrigen Gespräch und der ganzen Arbeitswoche zieht mich in ein extremes Loch. Ich bin down, habe Gefühlscaos, mein Magen rebelliert, mir kommen die Tränen (erst als ich alleine war) und ich bin komplett neben der Spur. Vermutlich weil es jetzt raus ist und ich Angst oder Respekt vor dem habe, was nun passieren wird.

 

ich schlafe eine halbe Stunde und versuche runterzukommen. Im Anschluss habe ich mit meinem Buddy Dana telefoniert. Sie hat tolle Neuigkeiten zu erzählen. Ich freue mich so für sie. Wir tauschen uns gegenseitig aus, geben uns Tipps. Sie war erschrocken, dass ich innerhalb so kurzer Zeit in ein tiefes Loch falle. Es tut gut, mit ihr darüber zu reden.

 

Auch wenn ich immer noch gesundheitlich angeschlagen bin, fahre ich im Anschluss zum Tennistraining. Meine Partnerin ist aktuell skifahren, das heißt, ich habe Einzeltraining. Besonders heute brauche ich dringend das Training. Sport tut mir immer gut. Und so ist es auch diesmal. Ich bekomme meinen Kopf wieder einigermaßen frei. Danach geht es mir tatsächlich besser.

 

Abends telefoniere ich noch mit meiner besten Freundin. Sie will wissen, wie das Gespräch war und wie es mir geht. Auch bei ihr ist wieder einiges passiert, worüber wir uns unterhalten. Es ist eine große Hilfe, mit ihr darüber zu sprechen. Ich erzähle wie unzufrieden ich mit mir selbst bin, dass ich einen anderen Anspruch über die Gesprächsführung von mir kenne. Sie überzeugt mich, dass ich in diesem Moment authentisch rübergekommen bin. Denn wenn es alles gepasst hätte, würde es abgebrüht wirken. Und so ist es glaubwürdig und man kann einschätzen, wie es mir tatsächlich geht. Das baut mich in der Tat auf und sie hat Recht.

 


SUCHE DAS LICHT NICHT IM AUSSEN. FINDE DAS LICHT IN DIR UND LASS ES AUS DEINEM HERZEN STRAHLEN.

DAS HELLSTE LICHT, DAS GRÖSSTE FEUER BRENNT BEREITS IN DIR. LÄCHLE UND SCHENKE DER WELT DEIN STRAHLEN.

 

- täglicher Whatapp Newsletter von Damian Richter -


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