· 

TAG 30 - SCHRITT FÜR SCHRITT

Ich gehe heute mit einem ganz anderen Gefühl zur Arbeit. Es fühlt sich leichter an. Es tut gut darüber zu reden und sich offen einzugestehen, was mit einem los ist. Hätte ich zu Beginn dieses Blogs nicht gedacht, dass es sich so bei mir entwickelt und ich so tolle Unterstützung erhalte. Man fühlt sich irgendwie blank gezogen, klein und elend, aber heute geht es mir definitiv besser. Die Komfortzone zu verlassen und sich zu "outen" war ein riesen Schritt für mich. Ein unangenehmer Schritt. Ich hatte Angst oder sagen wir Respekt davor. Heute sage ich, es war genau richtig. Ich habe zur richtigen Zeit mit den richtigen Leuten gesprochen und bin über meine Grenzen gegangen. EINFACH MACHEN. Es könnte ja gut werden. Diese Aussage kann ich zu 100% unterschreiben.

 

Aufgrund meines Blogs ergeben sich gerade so tolle Gespräche mit Freunden und auch mit fremden Personen, die meinen Blog lesen. Personen, die eigene Erfahrungen von sich selbst oder Familienmitgliedern mit mir teilen und mir helfen wollen. Jeder einzelne Tipp ist sehr wertvoll und lässt einen ganz anderen Blick zu. Einen Blick aus verschiedenen Winkeln, die ich vorher nicht gesehen habe. Letztendlich kämpfe ich seit über zwei Jahren bereits mit der Überlastung in meinem Leben, viele haben mich schon lange vorher gewarnt "pass bitte auf Dich auf". So lange ich immer "ja, ja" sage und genauso weiter mache, haben alle anderen bei mir gegen eine Wand geredet. Ich habe es selbst gewusst, aber nichts geändert. Es ist wie mit den Drogen oder dem Alkohol. Es kann niemand anderes etwas ändern, solange man selbst nicht auf dem Boden liegt und die Einsicht kommt, dass es kurz vor zwölf ist und man die Handbremse ziegen muss und Hilfe von außen annehmen muss! Ich bin stolz darauf, dass ich genau an dieser Stelle bin und gefühlt nach Hilfe schreie und in die Handlung gehe. Es ist der richtige Weg!!

 

Es war ganz spontan. Ich habe heute meine Mitarbeiterin mit ins Boot genommen. Wir hatten ein längeres Meeting zu zweit, bei dem wir was super zusammengearbeitet haben. Es fällt mir inzwischen leichter einfach zu meiner Herausforderung zu stehen und offen darüber zu reden. Sie hat es mir tatsächlich vorher nicht angemerkt. Jetzt wo sie im Thema ist, bemerken wir einige Situation, wo ich anderes reagiert habe als gewöhnlich. Wir müssen lachen. Es war ein super Gespräch. Ich behaupte mal, sie hat noch nie so ein grandioses Feedback zu sich und zu ihrer Arbeit erhalten. Für sie ist es eine tolle Chance in ihrer Karriere. Sie kann in meine Fussstapfen treten und ihre eigenen setzen.

Seitdem lässt es sich lockerer arbeiten. Der Druck ist raus. Ich gebe ihr das Ruder in die Hand und sie nimmt es wie selbstverständlich an. Auch hier merke ich gerade, dass ich echt stolz darauf sein kann, wie sie sich entwickelt hat und wie toll wir als Team zusammen gearbeitet haben. So habe ich keine Sorge, dass es nicht auch ohne mich gut weitergehen wird.

 

Alle Kollegen werde ich jedoch noch nicht informieren. Soweit bin ich noch nicht. Es wissen nun die vier wichtigsten Personnen innerhalb unserer Firma. Das reicht erstmal. Dies war schon Überwindung genug. Meine Mitarbeiterin fragte mich danach, ob sie darüber offen reden kann. Nein, bitte tue mir das nicht an. Ich will kein Mitleid. Wie die Firma dies nach außen kommuniziert, soll mein oberster Chef entscheiden. Das wird dann ergeben, sobald ich ausfalle.

 

Abends habe ich noch ein Webinar. Sehr toller und wertvoller Input. Die Stimmung und Energie in diesem Webniar tut richtig gut. Es muss ja weitergehen. Wenn ich nach der Tagesklinik nur halbtags arbeiten werde, muss ich weiter mein Brötchengeld verdienen. Brötchengeld ist mir allerdings zu wenig. Ich will mich nicht auf meine "Krankheit" konzentrieren, sondern mich parallel weiterbilden, mich weiterentwickeln und an meiner neuen Zukunft arbeiten. Jeder neue Impuls kann neue Wege aufzeigen. Also nehme ich es mit, ohne dass es für mich eine Belastung ist. Alles SCHRITT FÜR SCHRITT und in MEINEM TEMPO.


DU KANNST NICHT NACH DEM GREIFEN, WAS VOR DIR LIEGT, WENN DU NICHT DAS LOSLÄSST, WAS HINTER DIR IST.

NICHT DAS FESTHALTEN MACHT EINEN MENSCHEN STARK, ES IST DAS LOSLASSEN WAS WAHRE STÄRKE ZEIGT.

 

- täglicher Whatapp Newsletter von Damian Richter -


Kommentar schreiben

Kommentare: 0