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TAG 45 - ÜBERWINDE DIE ANGST

Nach einigen Tagen des Nichtschreibens bin ich jetzt wieder in der Lage dazu. Das ist der Wahnsinn was sich bei mir momentan alles tut. Das ist unbeschreiblich und versteht niemand, der meine Impulse nicht kennt und nicht selbst erfahren hat. Ich weiß überhaupt nicht wohin mit meiner Energie, bin im absoluten Tatendrang. Gleichzeitig äußern sich mein Körper mit den unterschiedlichsten Symptomen. Von Halsschmerzen, über krassem Schüttelfrost, Nebenhöhlen zu, das volle Programm. Und ich sage mir die ganze Zeit ICH BIN NICHT KRANK. Das krasse ist, es funktioniert wirklich. Die Symptome waren sch... aber dadurch, dass ich meine Gedanken anders gelenkt habe, war ich heute tatsächlich beim Tennistraining und war voller Power. Ich habe mir eingeredet, ich bin nicht krank, ich werde am Donnerstag Tennis spielen. Jeder, der mich angesprochen hat, und das waren nicht gerade wenig, "hast Du eine Erkältung", "Du klingst aber krank", "Dein Husten klingt aber nicht gut" hat die Antwort erhalten "nein, ich bin nicht krank". Ich habe am Wochenende zu viel geschrien, ich war feiern, ich war gerade draußen, deshalb läuft mir die Nase... was mir dadurch bewusst wurde, dass viele Menschen direkt die Deutung daraus haben, dass man krank ist und dann ist man auch krank. Ich habe es geschafft, dagegen anzugehen und bin heute wieder mit meiner Power am Start. Das sind die Wahrnehmung der Anderen und die muss man nicht annehmen. Das ist das kranke an unserer Gesellschaft. Wir suchen uns nicht die positiven Effekte heraus.

 

Das ist das eine Thema, das passiert ist. Da gibt es aber noch etwas viel Größeres. Wie in meiner Einleitung beschrieben, habe ich für mich am 12. Dezember bereits eine Entscheidung getroffen.. Ich habe sie nur nicht konsequent durchgezogen. Ich hatte zu große Angst vor dem Schritt und vor der Ungewissheit, wie es weitergeht. ÜBERWINDE DIE ANGST, kann ich nur dazu sagen. Meine Erkenntnis aus den fünf Tagen ist, dass ich mich führen lassen wollte, dass ich mir meine Gedanken so ins Negative katapultiert habe, dass ich selbst geglaubt habe, ich sei krank und brauche ich Klinik. Aber habe ich auch geglaubt, dass danach dann alles gut? Erstmal halbtags wieder einsteigen. Wenn ich hier so schreibe, klingt es so albern für mich, so dass ich direkt wieder lachen muss. Ich habe die ganze Zeit den Fokus auf den Burnout gelegt und mir eingeredet, dass es mir schlecht geht, dass ich ausgepowert bin und dass ich ein Weg gesucht habe, um erstmal aus dem bisherigen Umfeld herauszukommen. Das ist nicht ausgepowert bin, habe ich in den letzten Tagen am eigenen Leib gespürt. Es sind rein die Gedanken, die einen steuern. Und das Steuer können wir jederzeit selbst in die Hand nehmen. Damit ist soviel möglich. Es war der falsche Weg, jetzt heißt den richtigen Weg zu gehen. Den Weg, der sich für mich stimmig anfühlt.

Ich habe Montag die Kündigung geschrieben, habe Dienstag ein geniales Kündigungsgespräch geführt und habe am Mittwoch mit der Personalabteilung vereinbart, dass ich "offiziell" Ende Februar aus dem Unternehmen austreten werde. Es versuchten alle mich zu überreden, mir eine alternative Lösungen anzubieten, soviel Wertschätzung, die mir wiedergespiegelt wurde, das war gigantisch und einfach nur schön. Aber das ist mit unter der Grund warum mein Körper die letzten Tage dezent rebelliert. Meine Energie ist ihm zu krass. Da kann er sich direkt mal dran gewöhnen!

 

Meine Entscheidung ist aus vollem Herzen getroffen und es fühlt sich richtig und gut an. Das ist für mich erstmal das Wichtigste. In den letzten Tagen musste ich dementsprechend meine Prioritäten anders setzen. Deshalb die Kursfassung und die volle Dröhnung an dieser Stelle. Ich habe schon so viele Ideen und Impulse, wie es weitergeht, von daher mache ich mir überhaupt keine Sorgen um meine Zukunft.

 

Maurice war gerade noch bei mir und hat mir sehr wertvolle Tipps gegeben. Der Kompromis war, ich packe ihm Geschenke ein und er schaut sich dafür meine Steuerunterlagen an, ob ich sie im Ansatz richtig ausgefüllt habe. Wir sind durchgegangen, was alles ansteht in der nächsten Woche, solange ich noch ein Auto habe. Auto deshalb, weil einen Firmenwagen habe, den ich dann natürlich auch abgeben muss. Blöd, dass ich mein tolles Cabrio damals doch verkauft habe. Gute Autos gehen, bessere kommen. Außerdem sind dies nur materielle Dinge. Maurice hat schon eine Nacht lang Zeit die neuen Informationen zu verdauen. Aber war geschockt, kann ich auch ein stückweit verstehen. Natürlich macht er sich Sorgen um meine Zukunft. Das weiß ich auch sehr wertzuschätzen. Dennoch ist es auch in unserer Gesellschaft so üblich, auf Sicherheit zu achten. Ohne was Neues zu haben, einfach kündigen. Eine Tragödie, ein absolutes No-Go. Das ist Bulschitt. Wer will findet Wege, so einfach ist das. Ich kann so viel, dessen ich mir jetzt erst wieder bewusst werde und habe mich immer weit unter meiner wahren Größe verkauft.


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