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TAG 48 - ELTERNTALK

Ich weiss nicht, was sich schwieriger anfühlt. Die Entscheidung zu treffen den Job zu kündigen oder diese Entscheidungen den Eltern mitzuteilen? Vor ein paar Wochen hätte ich vor Beides Respekt und zugleich Schiss gehabt. Heute bin ich die Ruhe selbst. Ich weiss was ich wlll, ich habe endlich wieder klare Ziele vor Augen, wofür es sich lohnt zu kämpfen. Die Kündigung fühlt sich extrem richtig und gut an. Vor dem Gespräch habe ich weder Respekt, noch Schiss... letzt endlich können meine Eltern eh nichts daran ändern. Mir ist am Wichtigsten, dass sie sich keine unnötigen Sorgen machen und weiter ruhig schlafen können.

 

Die frisch gekauften Blumen sind sehr gut angekommen. Damit habe ich wohl genau ihren Geschmack getroffen. Dann geht's los ins Restaurant. Die Location kannten sie Beide noch nicht und waren begeistert. Getränke und Essen sind bestellt. Das Restaurant spielt mir in die Karten. Es dauert relativ lange, bis das Essen kommt. Gut für mich. Ich konnte ausgiebig erzählen, konnte etwas weiter ausholen ohne unterbrechen zu werden. Ich habe meine Eltern noch nie so ruhig zuhören gesehen. Geschweige denn, dass ich mich selbst nicht wiedererkannt habe. Ich habe ohne Punkt und Komma erzählt. Wenn eine Zwischenfrage kam, bin ich drüber weggegangen. Fragen wie "Hast Du etwa gekündigt" oder "Du hast aber was Neues?". Sie hatten keine Chance. Ich habe mir förmlich alles von der Seele geredet, denn ihnen habe ich ganz lange Einiges nicht erzählt. Es war total easy. Natürlich machen sie sich Gedanken und Sorgen. "Aber, Du musst...", der Standardsatz! Nein, ich muss gar nichts. Es gibt hierfür keine Regel. Pünktlich zum Ende meiner Erzählung kam das Essen und sie hatten erst mal Zeit nachzudenken. Die Rauchschwaden habe ich genau gesehen. Schlussendlich ist es mein Leben und ich habe es ihnen plausibel erklärt. So wie mein Leben bisher lief, kann ich nicht glücklich sein, dann werde ich eher sogar noch vor denen die Erde von unten sehen, weil ich mich kaputt mache. Am Grabstein steht dann so etwas wie "sie hat alles für die Firma gegeben, hat aber leider nie gelebt." Sie sollen sich keine Sorgen machen, sollen mich als ihre Tochter einfach nur lieb haben. Es war also ein richtig gutes Gespräch.

 

Apropro lieb haben... ich habe es heute tatsächlich versucht, beide mal einzeln in den Arm zu nehmen. Keine Chance. Ganz kurz ja. Als wenn sie gar nicht wissen, wohin mit ihren Armen. Völlig lost. Wie eine fremde Geste. Auch zur Verabschiedung nicht. Es wirkt wie etwas, was sie ganz schnell hinter sich bringen wollen. So, und tschüss. Das wird eine harte Nuss, mir eine liebevolle Umarmung von ihnen einzuholen. Das Jahr hat ja noch ein paar Tage.  Sie haben es anscheindend nie selbst kennengelernt. Woher sollen sie es auch wissen. Bringt ihnen ja niemand bei. Aber jetzt verstehe ich auch, warum ich die Umarmungen mit meinen Freunden so sehr liebe! 

 

Als die Sonne untergeht, gestalte ich noch schnell meine Visitenkarten und bestelle sie über's Internet. Das ging schneller als ich dachte. Für das nächste Seminar kommendes und übernächstes Wochenende sollte ich in jedem Fall welche dabei haben. Ich wünsche mir, dass sie noch rechtzeitig vor dem Wochenende angeliefert werden. Freitag geht's ja schon wieder los. Diesmal in den Norden. Dazu aber später mehr. 


SCHLIESSE AB, MIT DEM, WAS WAR. SEI ZUFRIEDEN MIT DEM WAS IST UND OFFEN FÜR DAS WAS KOMMT. DAS LEBEN IST SCHÖN. VON "EINFACH" WAR NIE DIE REDE.

DIE SCHÖNSTEN MOMENTE SIND DOCH DIE, IN DENEN MAN SICH DAZU ENTSCHEIDET, DAS LEBEN EINFACH ZU GENIESSEN.

 

- täglicher Newsletter von Damian Richter -


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