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TAG 80 - FRÜHLINGSANFANG


Heute starte ich meinen Tag mal etwas anders. In den letzten Tagen habe ich so viel gearbeitet, mein Business aufgebaut, dass ich meine Wohnung völlig vernachlässigt habe. Aber mit der Reinheit meiner Wohnung kann ich kein Geld verdienen. Selbst hierbei hat sich mein Bewusstsein vollkommen gewandelt. Es ist der eigene Anspruch und die Erwartungshaltung der Anderen (die man meint zu kennen), dass die Wohnung "besuchsgerecht" sein sollte. Definiere das Wort besuchsgerecht. Gibt es nicht. Hierzu gibt es keine Regel. Die brauchen wir auch gar nicht. Wenn jemand zu mir kommt, dann kommt die Person wegen mir und nicht wegen meinem Umfeld. 

Dennoch will ich heute kurz mal Klarschiff machen. Schadet ja nicht. Also lege ich direkt damit los und bin erstaunlich schnell damit fertig. Die unangenehmen Sachen zuerst machen. Früher habe ich scheinbar immer rumgetrödelt. Hier mal ein bisschen machen, dort ein bisschen machen. Da hatte ich keine klaren Ziele, habe so in den Tag gelebt. Habe mir eingeredet, ich sei glücklich planlos in den Tag zu leben, abgesehen vom Arbeitsalltag.

Ich habe schon wieder so viel Power, dass ich erst nach zwei Stunden merke, dass ich noch gar keinen Kaffee hatte. In der Küche fällt mir ein Regal ins Auge. Nicht wörtlich natürlich. Sondern eher die Tabletten, die darin liegen. Tabletten zum besseren Durchschlafen, die mir nach meinem ersten "geglaubten" Burnout geholfen haben, besser zu schlafen und nicht alles so extrem an mich ran zu lassen. Klasse, die habe ich schon seit Anfang Februar gar nicht mehr genommen. Ich kann sie meinem Arzt zurückbringen ;-) Ich brauche sie nicht mehr! Daneben liegen noch Kopfschmerztabletten. Mmmm, wann habe ich die denn das letzte Mal genommen? Es war sonst immer so, dass ich vom Nacken her so was von verspannt war, so dass ich nahezu permanent Kopfschmerzen hatte. Erst jetzt wird mir bewusst, dass die Nackenverspannungen weg sind. Juchuuuu. Einfach so. 

 

Ich lade mich spontan be meinem Eltern zum Mittagessen ein. Qualitytime mit der Familie. Das Wetter ist so toll, dass ich nach zwei Jahren endlich mal Fahrrad bewege. Es hat sich richtig gefreut, als es gemerkt hat, dass es gleich losgeht. Wie ein Hund, der zum Gassi raus darf. Aus den Reifen ist nur die Luft raus, das ist aber schnell behoben. Zu meinen Eltern gibt es zwei Wege. Einmal über den Berg oder unten am See und an der Ruhr lang. Beides hat ziemliche Höhenunterschiede. Der Vorteil daran, dass ich gerade kein Auto habe! Man schaut sich auch die Möglichkeiten links und rechts vom Ursprungsweg an. Die Komfortzone einfach verlassen. Ich bekomme den Hintern hoch, nutze die Zeit mit meinem Eltern, bewege mich, bin an der frischen Luft, mein Fahrrad freut sich auf die Bewegung und die Wertschätzung von mir, ich geniesse die Natur, habe einen traumhaften Ausblick, bekomme etwas zu essen, ohne dass ich selber kochen darf, habe tolle Gespräche mit meinen Eltern, ich begegne vielen Menschen die bei meinem Grinsen ebenfalls grinsen müssen... ganz schön viele Vorteile! Wow. Fällt mir beim Schreiben auf. Da wäre ich ja blöd, mir den einen negativen Gedanken in den Vordergrund zu legen, dass es ja anstrengend sein könnte. Die Negativ-Denker hätten sich den Fokus auf das eine Negative und wären nur am Nörgeln.

 

Bei meinen Eltern war es in vielerlei Hinsicht wieder sehr interessant. Ich merke, dass ich inzwischen ganz anders rede. Viel selbstbewusster, authentischer und zielsicherer. Ich stelle mein Fahrrad am zeitlichen Zaun ab und schließe es kurz ab. Die Begrüßung hieß dann wie folgt "Bist Du mit Fahrrad hier, dann stell es bitte in den Keller". "Warum??" "Da wird es nicht geklaut." "Am Zaun wird es auch nicht geklaut." "Doch, hier passiert gerade so viel." "Naja, wenn ich den Fokus darauf lege, dass es geklaut wird, dann wird es auch geklaut." "Stell es bitte in den Keller." "Das Fahrrad ist abgeschlossen und am Zaun. Das wird niemand klauen." Ich habe es natürlich dort stehen lassen. Solche Situation hatte ich in den nächsten zwei Stunden gefühlt als Dauerschleife. Sie sind inzwischen über 50 Jahre verheiratet. Aber sind sie wirklich glücklich? In meiner Wahrnehmung nein. Der eine meckert über den Anderen und umgekehrt. Ich merke aber, dass ich immer mehr an sie herankomme und sie zumindest über meine neuen Sichtweisen etwas nachdenken. Heute habe ich auf die Allgemeinheit bezogen das Gespräch auf die Selbstverantwortung gelenkt. Es passte sehr gut, weil sie sich beide eher mit allen Menschen in ihrem Umfeld beschäftigen, als sich selbst mal an die Nase zu fassen und zu 100% bei sich zu bleiben. Würde jeder ausschließlich bei sich bleiben und sich selbst lieben, würde ein Miteinander auf der Welt ganz anders aussehen. War mega interessant. Ich finde echt gefallen daran. Gedanken sind wirkende Kräfte ist für sie allerdings Hokuspokus. Selbst, dass ich nur alleine aus diesem Grund keinen Burnout habe und es mir mega gut geht, ist keine Bestätigung. Auch das Beispiel mit meinen Arbeitslosengeld war kein treffendes Beispiel. Wäre es nach meiner Mutter gegangen, hätte ich keinen Anspruch gehabt. Aber das war ihre Wahrnehmung. Die Gespräche waren echt lustig und spannend. Das Fahrrad war natürlich noch da. Meine Gedanken haben ja nichts anderes zugelassen. Mein Papa kam noch mit raus. Wir haben uns dort noch sehr lange unterhalten. Ich habe den Eindruck, er freut sich darüber, dass ich gerade so bin wie ich bin. Denn so vertraulich haben wir uns schon lange nicht unterhalten. Als eine junge Frau an uns vorbeiging, grüssten wir uns sehr freudig. Papa fragte "Kennst Du sie?" "Nöööö, Du?" "Nööö" "Und warum grüsst Du sie dann?" "Na Du hast sie doch gegrüsst. Weil man dann nett zurückgegrüsst wird, haste doch gerade gesehen. Das meinte ich vorhin übrigens damit, dass man das was man ausstrahlt, auch zurück bekommt". Und zack haben wir beide gegrinst und haben uns ein High Five gegeben. Vermutlich war es das erste High Five für meinen Papa. Ich freue mich. Durch die letzten Seminare war ich das jetzt irgendwie gewohnt.

 

Zurück fahre ich unten am See lang. Die Strecken sind etwa drei Kilometer. Das geht. Die Berge sind allerdings eine echte Herausforderung. Ich schaffe es tatsächlich ohne einmal abzusteigen bis vor meine Haustür. Selbst da habe meine Gedanken fokussiert. Ich schaffe das! Und ich habe ich es geschafft! Yäääääh. Das Einzige, was ich gerade merke, ist mein Hintern. Ich habe seit der Finance ja den Sch... also den Zucker aus meinen Körper gelassen. An zwei Tagen habe ich es nicht geschafft. Aber ich ziehe es gerade relativ einfach durch und das merke ich gerade an meiner Figur. Vorher habe ich jeden Tag was Süsses gegessen. An meinem Hintern ist jetzt nicht mehr so viel Polster... ich habe tatsächlich die Knochen dezent gemerkt. Aber auch im Gesicht und am Bauch merke ich es ganz extrem. Cooool. Ich bin gerade stolz darauf, dass ich behaupten kann, dass ich nicht mehr Zucker süchtig bin. Wahrscheinlich trägt das noch on top dazu bei, dass ich so viel Energie an den Tag lege.

 

Jetzt sitze ich wieder draußen auf meinem Balkon, kurze Hose, T-Shirt, Wasser und Kaffee dazu, die Sonne und die Aussicht genießen und zu arbeiten :-) Das Leben kann so schön sein. Schön, dass ich jetzt mein Leben selbst bestimmen kann. Späten Nachmittag fällt mir beim Blick in den Spiegel auf, dass richtig krass Farbe bekommen habe. Klar, ich war ja auch den ganzen Tag draußen. Erst als es dunkel wird, gehe ich wieder rein.

 

Mein Coachee von Montag hat sich heute noch mal per Sprachnachricht bei mir gemeldet. Ich freue ich mega darüber und bekomme wieder eine Gänsehaut, weil ihr Feedback so toll ist. Sie ist so fröhlich, gut drauf und bedankt sich bei mir. Das freut mich richtig für meinen Coachee. Ich bin beeindruckt, was ich mit etwa dreißig Minuten Coaching zuzüglich Vorgespräch bei ihr erreicht habe. Das macht die Vorfreude auf meine neue Selbständigkeit noch viel viel größer, weil ich genau weiss, dass ich bei so vielen Menschen etwas bewegen kann beziehungsweise Ihnen helfen kann. Letztendlich hat mir Damian und auch Danielo genau damit geholfen, wieder ein lebensfroher Mensch zu sein und wieder einen Sinn in meinem Leben zu sehen. 

NIMM DIR DIE ZEIT FÜR DIE DINGE, DIE DICH GLÜCKLICH MACHEN.

...UND NIMM DIR ZEIT DANKBAR ZU SEIN. DU KÖNNTEST MEHR HABEN, ABER AUCH SO VIEL WENIGER.


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Kommentare: 1
  • #1

    Dana (Samstag, 23 März 2019 08:29)

    Sehr toll und verständlich beschrieben. Ich spüre total die Energie und die Freude an deiner neuen Lebensaufgabe. Du sprühst voll Lebensfreude, Spass und positiver Energie. Mach weiter so, gehe deinen Weg. Ich bin sehr glücklich und dankbar, daran teilhaben zu dürfen.