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TAG 84 - VERABSCHIEDUNG


ERSCHÖPFUNG IST DER WECKRUF DER DICH AUFRÜTTELN SOLL, DIE RICHTUNG ZU ÄNDERN!! Es kann verdammt lange dauern, bis man diesen Satz bewusst versteht und die Gedanken zulässt. Bei vielen Menschen passiert es sogar gar nicht. Der eigene Körper zeigt einem die Grenzen. Aber wie lange ignorieren wir sie, schieben die Alarmsignale immer vor uns her. Wird schon gehen. Nur noch das eine Projekt. Danach wird es besser und einfacher. Ich schaffe das schon. Geht es Dir manchmal genauso? Dann höre auf die Signale. Dein Körper zeigt sie ohne Grund, er spricht mit Dir. Die ganze Zeit. Schleichend kommen immer mehr Warnungen. Müde, ausgepowert, Kopfschmerzen, lustlos, keinen Hunger, nachts nicht schlafen können, obwohl man müde ist... es kommt immer mehr hinzu. Darauf solltest Du hören und ganz schnell etwas in Deinem Leben verändern. Es ist Dein Leben. Du hast nur das eine Leben. 

 

Ich habe tatsächlich knapp zwei Jahre nicht auf die Alarmsignale, die mir mein Körper immer und immer wieder gesendet hat, gehört. Sie waren da und ich habe sie auch wahrgenommen. Aber etwas ändern? Man ignoriert sie, redet es sich schön. Mir geht es doch gut, ich bin doch glücklich und zufrieden. Nein, so war es ganz sicher nicht. Das kann ich nach meinem Schritt ins Ungewisse absolut deutlich sagen. Übernimm die Verantwortung zu 100 Prozent für Dein Leben, für Deine Gesundheit, für Deine Beziehungen, für Deine Vitalität, für Deine Partnerschaft, für Deine Gesundheit, für Deine Finanzen!! Niemand Anders als Du selbst kann und darf es beeinflussen, wie es Dir geht und wie Du Dein Leben lebst.

 

Heute fand das Verabschiedungsfrühstück in meiner alten Firma statt. Ein komisches Gefühl dort hin zu fahren. Gemischte Gefühle kommen auf. Vorfreude, meine alten Kollegen- und Kolleginnen wieder zu sehen, aber auch Traurigkeit, nun nicht mehr mit ihnen gemeinsam die richtungsweisenden Schritte zu gehen und mit zu erleben. Bisher bin ich immer mit dem Auto nach Dortmund gefahren. Diesmal geht es mit Bus und Bahn dorthin. Es kommt mir vor wie eine halbe Weltreise. Das Wetter ist heute sehr wechselhaft. Ich habe mehrmals richtig Glück. Immer wenn ich im Bus oder Zug war, regnete es in Strömen und sobald ich zu Fuss irgendwo lang gehe, scheint kurz die Sonne.

Den ersten Anschlusszug habe ich direkt verpasst, weil mein Bus nicht zur geplanten Zeit in Hagen eintraf. Ich bin einfach in irgendeinen nächsten Zug eingestiegen, der grob in die Richtung fuhr, eingestiegen. Erst im Zug habe ich dann geschaut, wo ich am Besten aus- und umsteigen kann. Viermal bin ich insgesamt umgestiegen. Für eine Strecke, wo ich mit dem Auto gerade mal zwanzig Minuten brauche, bin ich mit dem Zug über eineinhalb Stunden unterwegs. Was für ein Zeitaufwand. Es wird Zeit, dass ich bald wieder ein Auto habe. Aber das wird kommen.

An der Firma angekommen, muss ich das erste Mal seit Jahren klingeln, um ins Gebäude rein zu kommen. Auch innerhalb des Gebäudes komme ich ohne Schlüssel nicht durch die Zugangstüren auf die unterschiedlichen Etagen. Ich melde mich oben im Sekretariat kurz an, erhalte eine Karte, damit ich mich frei im Gebäude bewegen kann, solange ich im Haus bin, melde die Catering Anlieferung dort an, treffe auf dem Weg unsere zweite Geschäftsführerin, die ich dieses Jahr gefühlt noch gar nicht gesehen hatte, wir unterhalten uns kurz, hatte dann einen Termin in der Personalabteilung und dann war auch schon zehn Uhr. Das Buffet wurde pünktlich angeliefert und sieht echt prima aus. Auf das Catering ist Verlass. Frühstückszeit. Viele  Kollegen- und Kolleginnen saßen schon in unserer sogenannten Sportsbar und warteten förmlich auf mich. Eine durchweg sehr herzliche Begrüßung, richtig schön. Bisher traut sich niemand an das Buffet, sie saßen alle ganz brav und schauten mich erwartungsvoll an. Warum nur? Ah okay, sie bestanden auf eine Ansprache. Aus dem Stehgreif halte ich eine kurze Rede eröffne dann das Buffet. Ich freue mich mega darüber, dass so viele da sind. Es ist einfach nur schön, alle wieder zu sehen. Krass, dass es schon über einen Monat her ist, als ich meinen letzten Arbeitstag hier hatte. Wie schnell die Zeit vergeht. Wo ist der Monat nur geblieben? Nach dem Frühstück haben meine ehemalige Chefin und unser Geschäftsführer nacheinander eine Rede für mich gehalten. Es gab eine tolle Zusammenfassung darüber, was ich in den letzten achtzehn Jahren alles in dieser Firma mit erlebt und mit kreiert habe. Viele Etappen hatte ich über die Jahre tatsächlich schon verdrängt. Da kommt eine Menge zusammen. Es fällt mir nicht leicht, einfach so Tschüss zu sagen. Das Schöne ist, dass ich jederzeit herzlich willkommen bin. Und dass sie sich freuen, dass es mir gesundheitlich wieder gut geht und sie genau wissen, dass ich meinen Weg gehen werde. Ich gehe in den nächsten zwei Stunden noch durch jedes Büro und verabschiede mich persönlich bei jedem Einzelnen. Dieser Gang fiel ich wirklich schwer, weil ich genau weiss, dass ich viele Menschen nun nicht mehr wiedersehen werde und einige Andere meinen Weg weiter mit verfolgen werden und ich sie definitiv wiedersehen werde. Sie sind mir richtig ans Herz gewachsen.

 

Mein Papa sammelt mich späten Mittag an der Firma ein. Er hatte einen Termin in der Nähe. Als hätten wir es so abgesprochen. Perfekt, dann brauche ich nicht wieder zusehen, wie ich nach Hause komme. Wir fahren noch schnell in die Filiale um die Ecke. Umsatz machen. Ich will mir einen Radhelm kaufen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich jahrelang ohne Helm Rad gefahren bin. Heute sehe ich es ein wenig anders. Ich habe eine Vorbildfunktion den Kids und jungen Menschen gegenüber. Hatte Freitag auch ein echt schlechtes Gewissen ohne zu unterwegs zu sein. Und es dient meiner eigenen Sicherheit, wenn ich mit dem Fahrrad durch die Gegend heize. 

 

Nach ein wenig Entspannung und den emotionalen Vormittag Revue passieren lassend, starte ich voller Tatendrang mit meinem Aufbau meiner Selbständigkeit. Ich habe mir inzwischen mein festes Ziel für Anfang nächsten Jahres fixiert und die Aufgaben auf diesem Weg festgehalten. Sie hängen in meiner Küche, damit ich auch zielsicher an der täglichen Umsetzung dran bleibe. Es gibt also einiges zu tun, damit ich mein Ziel erreiche. Mein Logo steht, also kann ich nun die Prozesse mit meinem eigenen Unterlagen vorbereiten. Wo wir gerade bei meinem mittelfristigen Ziel sind, fange ich direkt mit der richtigen Zielformulierung an. Hast Du feste Ziele für Dich definiert? Jeder sollte Ziele im Leben haben. Kurzfristige, mittelfristige und langfristige, die bestenfalls aufeinander abgestimmt sind. Wenn Du Ziele hast, kannst Du im Leben ankommen. Ohne Ziel ist so, als wenn Du in ein Taxi steigst und dem Taxifahrer nicht sagst, wohin er fahren soll. Wirst Du dann jemals ankommen? Nein, Du irrst quasi ziellos durch die Gegend. Und genau das habe ich jahrelang gemacht. Ich bin ziellos durch mein Leben maschiert und habe das Gefühl zum Schluss gehabt, als würde ein D-Zug über mich drüber rollen.

ERSCHÖPFUNG IST DER WECKRUF, DER DICH AUFRÜTTELN SOLL, DIE RICHTUNG ZU ÄNDERN.

MANCHMAL MUSS MAN DEN MUT HABEN, DIE RICHTUNG ZU ÄNDERN UM SEINEN WEG ZU GEHEN.


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