· 

TAG 97 - SEGEL SETZEN


Der Tag der großen Familienfeier steht an. Ein Brunch im großen Rahmen mit der Familie und Freunden meiner Eltern. Die Location ist an einem richtig tollen idylischen Ort. Das Wetter spielt super mit, es ist angenehm warm und sonnig. Ein perfekter Tag kann kommen.  Ich habe die Aufgabe Fotos zu machen, ich bin quasi die Kamera-Beauftragte heute. Die Gäste sind noch nicht da, also mache ich mit meinen Nichten direkt einige Faxenfotos und einige schöne Fotos und haben unseren Spass. Die Kameraeinstellung passt schon mal. In dieser Runde haben wir uns alle schon sehr sehr lange nicht mehr gesehen. Irgendwie schade, denn man lebt ja nur einmal. Es sind alle sehr positiv überrascht, wie offenherzig und glücklich ich bin. Es fällt anscheinend extrem auf, das ich mich verändert habe. Ich bin nicht mehr das kleine Mauerblümchen, wo man dreimal fragen muss, was ich gesagt habe, um mich zu verstehen. Geh weg mit Deiner guten Laune wird liebevoll gesagt. Toll siehst Du aus. Du hast ein ganz anderes Auftreten. Als Kamerafrau ist man ja sowieso nicht gerne gesehen. Habe ich bis vor Kurzem auch nicht gemocht. Ich mochte selten ein Foto von mir. Deshalb kann ich das nachvollziehen. Was ich in den letzten zwei Monaten dazugelernt habe, ist das niemand sich verstecken braucht. Jeder Mensch ist gut so wie er ist. Wir sind einzigartig,  jeder von uns. Wenn jeder Mensch sich so liebt, wie er ist, dann brächte sich niemand mehr verstecken und wir hätten eine viel fröhlicheres Miteinander auf unserer Welt. Ich weiss nach der heutigen Feier noch einmal mehr, dass es das schönste Geschenk ist, wenn man selbst mit sich im Reinen ist und das Lachen aus dem tiefsten Inneren, aus dem Herzen kommt. 

 

Ich merke aber auch die andere Seite. Das Menschen oftmals nicht damit klar kommen, wenn man sich verändert. Man entspricht nicht der "Regel", man fällt ein Stückweit aus der Reihe. Fällt natürlich auf, weil ich jetzt nicht mehr dem Standard entspreche. Die Einen finden es gut und freuen sich einfach für mich, die Anderen sind skeptisch und es nervt zum Teil sogar. Aber das ist deren Wahrnehmung, nicht meine. Deshalb ist es wichtig, dass man bei sich ist und das ist das was letzendlich zählt. Man selber ist der wichtigste Mensch in seinem Leben. Da gibt es dann stattdessen, das nicht aufeinander zugehen, das vor der Hand über Andere reden, dass nicht verzeihen können, das anderen Menschen zu sagen, was sie zu tun haben, das nicht herzlich begrüßen, das Leben nach diesen stocksteifen Regeln. In unserer Familie leider ein ganz großes Mankel. Es ist so schade, weil die Zeit so kostbar ist, die man miteinander verbringen kann. Vor Allem weil das gleiche Blut durch die Adern fließt. Statt dass man im Hier und Jetzt lebt und die Momente gemeinsam viel häufiger genießt. Ich denke, ich habe sehr viele Impulse unbewusst und natürlich auch sehr bewusst gegeben, was sich für mich sehr stimmig anfühlt. Es waren sehr viele tolle Gespräche dabei. Die älteren Menschen können wir jungen Menschen vielleicht noch etwas beeinflussen. Aber wir jungen Menschen - da zähle ich mich einfach noch zu - wir können noch so viel Positives nach Außen geben und unseren Alltag ein stückweit glücklicher machen. Wir können heute das Segeln in die richtige Richtung drehen und die volle Fahrt in ein glückliches zufriedenes Leben aufnehmen und es Anderen zeigen wie es geht.

MAN KANN SICH DEN GANZEN TAG ÄRGERN. VERPFLICHTET IST MAN DAZU NICHT :-)

NATÜRLICH GIBT ES IMMER WIEDER DINGE IN UNSEREM LEBEN, DIE UNS ÄRGERN. LASS DEN ÄRGER ZU. LERNE DARAUS, WIRF EINE HAND KONFETTI IN DIE LUFT UND FREU DICH DES LEBENS.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0